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PFAS-Compliance: Vorbereitung auf kommende Anforderungen

21.01.26

Der regulatorische Druck auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nimmt weltweit zu. Am 1. Januar 2026 wurde Frankreich das erste europäische Land, das ein nationales Verbot von PFAS in ausgewählten Verbraucherprodukten eingeführt hat – ein wichtiger Meilenstein für die Textilindustrie. Auch wenn diese Regelung derzeit nur auf nationaler Ebene gilt, sendet sie ein klares Signal: Die Anforderungen an Chemikaliensicherheit, Transparenz und PFAS-Management werden strenger und dürften sich künftig weiter in Europa und darüber hinaus ausweiten. Für Unternehmen, die Textilprodukte auf den Markt bringen, wird es zunehmend wichtiger, diese Entwicklungen zu verstehen und sich frühzeitig darauf vorzubereiten.

Pfas compliance france ban

Warum PFAS zu einem wachsenden Compliance-Thema werden

PFAS werden seit vielen Jahren in Textilien eingesetzt, insbesondere aufgrund ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse und öffentliche Aufmerksamkeit haben jedoch dazu geführt, dass Regulierungsbehörden ihre Verwendung neu bewerten.

Für Marken, Hersteller und Lieferanten bedeutet dies:
  • Zunehmender regulatorischer Druck in wichtigen Absatzmärkten
  • Steigende Anforderungen an verlässliche Daten zum Chemikaliengehalt
  • Höhere Erwartungen von Kunden und Geschäftspartnern an das Chemikalienmanagement

PFAS-Compliance ist daher längst kein Nischenthema mehr, sondern ein strategischer Faktor für global tätige Unternehmen.

Das französische PFAS-Verbot: Die wichtigsten Punkte

Die französische Regelung verbietet die Herstellung, den Import, Export sowie das Inverkehrbringen bestimmter PFAS-haltiger Produkte. Ab dem 1. Januar 2026 gilt das Verbot für:

  • Verbrauchertextilien
  • Schuhe
  • Kosmetikprodukte
  • Skiwachse

Produkte, die vor dem 1. Januar 2026 hergestellt wurden, dürfen während einer zwölfmonatigen Abverkaufsfrist noch bis zum 31. Dezember 2026 auf den Markt gebracht oder exportiert werden.

Erweiterung ab 2030 geplant

Frankreich hat bereits angekündigt, die Beschränkung ab 2030 deutlich auszuweiten. Dann soll das PFAS-Verbot auf sämtliche Textilien angewendet werden, darunter:

  • Möbel- und Polstertextilien
  • Automobiltextilien
  • Technische und funktionale Textilien

Ausnahmen sollen nur dann möglich sein, wenn derzeit keine geeigneten Alternativen verfügbar sind.

Grenzwerte für Restkonzentrationen

Die Verordnung definiert konkrete Restkonzentrationsgrenzwerte, ab denen Produkte als nicht konform gelten:

  • 25 ppb für jede einzelne PFAS-Substanz (ohne Polymere)
  • 250 ppb für die Summe der mittels gezielter Analyse identifizierten PFAS (ohne Polymere)
  • 50 ppm für PFAS einschliesslich Polymere

Diese Grenzwerte schaffen konkrete und messbare Compliance-Anforderungen für die Textilindustrie.

Was dies für die Textilindustrie bedeutet

Auch wenn das französische Verbot eine nationale Massnahme ist, wird es weithin als Vorläufer einer umfassenderen europäischen Regulierung betrachtet. Unternehmen, die den europäischen Markt beliefern, sollten die Entwicklung daher als frühen Hinweis auf zukünftige Anforderungen verstehen. In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen:

  • identifizieren müssen, wo PFAS in Materialien und Endprodukten enthalten sein könnten
  • Compliance-Risiken entlang globaler Lieferketten bewerten müssen
  • sich auf strengere Grenzwerte und erweiterte Produktbereiche vorbereiten sollten
  • Anforderungen an Sorgfaltspflichten und Dokumentation erfüllen müssen

Eine frühzeitige Vorbereitung kann helfen, regulatorische und kommerzielle Risiken zu reduzieren und den Marktzugang langfristig zu sichern.

Wie TESTEX Unternehmen bei PFAS-Regularien unterstützt

Da PFAS-Beschränkungen weltweit zunehmen, benötigen Unternehmen sowohl kurzfristige Compliance-Lösungen als auch langfristige Strategien für das Risikomanagement. TESTEX unterstützt beides.

1. PFAS-Tests für kurzfristige Compliance (Neues Angebot)

Für Marken, die Produkte in Frankreich verkaufen, ist schnelles Handeln entscheidend. TESTEX bietet spezialisierte PFAS-Testdienstleistungen, um Unternehmen dabei zu unterstützen:

  • zu prüfen, ob Produkte die französischen Grenzwerte erfüllen
  • PFAS in Materialien und Komponenten zu identifizieren
  • Korrekturmassnahmen bei Beschaffung und Ausrüstung umzusetzen
  • offizielle Prüfberichte für Kunden und Behörden bereitzustellen
  • Aussagen wie „PFAS-free“, „Safe from PFAS“ oder „PFAS-tested“ zu unterstützen

Diese Lösung ermöglicht schnelle, datenbasierte Entscheidungen – entscheidend für den weiteren Marktzugang unter der französischen Verordnung.

2. OEKO-TEX® für langfristiges Chemikalienmanagement

OEKO-TEX® integriert PFAS-bezogene Anforderungen in seine Zertifizierungssysteme und unterstützt Unternehmen bei:

  • Transparenz entlang globaler Lieferketten
  • kontinuierlicher Verbesserung des Chemikalienmanagements
  • Anpassung an sich weiterentwickelnde regulatorische Standards
  • Vorbereitung auf umfassendere EU- und internationale Beschränkungen

Wenn Ihre OEKO-TEX® STANDARD 100 Zertifizierung ab Januar 2026 erneuert wird, gelten die aktualisierten Anforderungen automatisch.

Falls Ihre Zertifizierung noch bis ins Jahr 2026 gültig ist und Sie Produkte in Frankreich herstellen oder vertreiben, können zusätzliche Zertifizierungsschritte erforderlich sein. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre lokale TESTEX-Niederlassung, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Ausblick

Das französische PFAS-Verbot markiert einen Wendepunkt in der Chemikalienregulierung der Textilindustrie. Da bereits weitere nationale sowie EU-weite Massnahmen diskutiert werden, wird proaktives PFAS-Management zu einem zentralen Bestandteil zukunftssicherer Compliance-Strategien.

Unternehmen, die PFAS-Risiken bereits heute bewerten und aktiv steuern, werden besser darauf vorbereitet sein, zukünftige regulatorische Anforderungen zu erfüllen und das Vertrauen von Kunden und Behörden langfristig zu sichern.

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